DIE RASSE DER RASSESTANDARD BÜCHER GESUNDHEIT  


Als ich noch klein war und wir sind spazieren gegangen wurde Susi immer wieder gefragt: "Jööö ist der aber süß - ist das ein Pudel ?" oder "Stimmt´s, das ist doch ein Afghane?" .

Und heute, ich bin ja schon ausgewachsen, ist es nicht viel besser. Entweder die Leute fragen als erstes: "Sieht der überhaupt was?" oder "Was ist denn das für ein Hund?" ... ich würde mal sagen der  Briard oder Berger de Brie ist in Österreich noch relativ unbekannt.

Diese alte französische Schäferhunderasse wurde erstmals 1809 vom Abbé Rozier in einem landwirtschaftlichen Lexikon erwähnt.

Wir Briards sind, wie gesagt, in Österreich eher selten anzutreffen. In Frankreich, dem Ursprungsland, nimmt die Rasse (lt. einem Zeitungsartikel) den 2. Platz in der Beliebtheits-skala ein. Man schätzt, daß derzeit rund 50.000 Briards dort leben.

Nach dem unsere ursprüngliche Tätigkeit als Hütehund nach und nach zurück gegangen ist, wurden wir als Diensthund bei Polizei, Militär und Zoll eingesetzt.


Der Briard ist ein eleganter Hund mit langem Haarkleid. Die Größe der Rüden liegt zwischen 62-68 cm und die der Hündinnen zwischen 56-65 cm. Die Fellfarben sind schwarz (noir), weizenfarben (fauve) und grau (gris). Fell und die Farbe brauchen ca. 3 Jahre bis sie endgültig ausgeprägt sind. So kommen die meisten grauen Briards schwarz auf die Welt und wechsel erst im Laufe der Jahre die Farbe.

Früher kannte man den Briard nur mit Stehohren (kupiert). Dies ist jedoch in den meisten europäischen Ländern bereits verboten, auch bei uns in Österreich (ausgenommen 2 Bundesländer).  Zum Rassestandard gehören auch die doppelten Afterkrallen an den Hinterläufen.

Ich und meine Kollegen sind sehr tempramentvoll und lebhaft. Darüber hinaus sagt man dem Briard nach, daß er besonders wachsam und intellegent ist. Das mit dem mistrauisch Fremden gegenüber, das man in manchen Büchern liest,  mag vielleicht auf manche Kollegen meiner  Rasse zutreffen - auf mich jedenfalls nicht. Aufgrund unserer ursprünglichen Verwendung steckt auch im heutigen Briard ein Arbeitshund mit großem Bewegungs- und Beschäftigungsdrang. Wir lernt und arbeitet gerne und sind daher ein hervorragender Partner im Hundesport. Und man sollte uns auch beschäftigen, sonst fällt uns lauter Blödsinn ein.

Da unsere Ahnen an selbständiges Arbeiten gewohnt waren, zeichnet unsere Rasse auch heute noch ein sehr sensibles Autoritätsverständnis aus. Die Hierachie im  "Rudel" muß klar festgesteckt sein und in der Erziehung bedarf es unbedingter Konsequenz. In vielen Büchern ließt man, daß diese Rasse kein Hund für "Anfänger" ist. Bei richtiger Haltung und Erziehung ist er jedoch ein fröhlicher, anhänglich-verschmuster, drolliger Kamerad, dessen größter Wunsch es ist immer bei seiner Familie zu sein.



FCI - Standard Nr. 113- Übersetzung aus dem Französischen
Siehe auch den Standard von 1988
Herkunft: Frankreich
Datum des Inkrafttretens: 01.01.2008

Verwendung: Hüte- und Wachhund

F.C.I.-Klassifizierung: Gruppe 1 (Hütehunde und Treibhunde, ausgenommen Schweizer Sennenhunde) - Sektion 1 (Schäferhunde, mit Arbeitsprüfung)

Kurzer historischer Überblick
Der Berger de Brie wurde sehr lange Zeit als "Hütehund des französischen Flachlandes" bezeichnet. Im Jahre 1809 erschien er im "Handbuch der Landwirtschaft" des Abbé Rozier erstmalig unter dem Namen "Hund aus der Brie". Er wird auf seine Eignung zum Führen und Bewachen von Herden hin gezüchtet und selektioniert. Er wurde von der französischen Armee während der beiden Weltkriege verwendet und diente unter anderem als Wachhund sowie als Sanitätshund, um Verletzte auf den Schlachtfeldern zu suchen.

Allgemeine Erscheinung
Der Briard ist ein rustikaler, geschmeidiger, muskulöser und gut proportionierter Hund, lebhaft und aufgeweckt.
Hauptproportionen
Der Berger de Brie hat eine mittellange Statur. Die Länge des Körpers von der Schulter bis zum Hinterteil muß etwas größer sein als die Widerristhöhe. Der Kopf ist lang, seine Länge beträgt zwei Fünftel der Widerristhöhe. Die Länge des Schädels beträgt etwas weniger als die halbe Kopflänge. Schädel und Nasenrücken haben die gleiche Länge.
Verhalten und Charakter
Der Berger de Brie zeigt ein ausgeglichenes Verhalten und ist weder aggressiv noch ängstlich.
Charakterlich soll der Berger de Brie klug und unerschrocken sein.

Kopf
Der Kopf ist kräftig und lang. Seine Behaarung bildet Kinnbart, Schnauzbart und Augenbrauen aus. Die Augenbrauen verschleiern leicht die Augen. Im Profil betrachtet, verlaufen die Linien von Schädel und Nasenrücken parallel.

Schädelbereich
Der Schädel ist kräftig und, im Profil gesehen, ganz leicht gerundet.
Der Stop (Stirnabsatz) ist deutlich ausgeprägt und liegt mittig zwischen Hinterkopf und Nasenspitze.

Gesichtsbereich
Die Nase ist kräftig. Die Nasenlöcher sind geöffnet. Der Nasenschwamm (Nasentrüffel) ist immer schwarz, außer bei blauen Hunden, die einen blauen oder bläulichen Nasenschwamm besitzen.
Der Fang ist kräftig, ausreichend breit und nie spitz. Sein Ende ist eher quadratisch. Die Lippen sind geschlossen.
Die Kiefer sind stark, das Gebiß bildet eine Schere, die Zähne sind weiß.
Der Nasenrücken ist gerade.
Die Augen liegen horizontal, sind gut geöffnet, eher groß und von dunkler Farbe. Bei blauen Hunden sind leicht helle Augen zulässig.
Die Ohren sind hoch angesetzt, nicht eng anliegend und eher kurz. Die Länge des Ohrknorpels muß gleich der halben Kopflänge oder etwas kürzer sein. Die Ohren sind immer flach und mit langem Fell bedeckt. Sind die Ohren (in Ländern, wo dies gestattet ist) kupiert, müssen sie gerade getragen werden und sich weder aufeinander zu noch voneinander weg neigen.

Hals
Der Hals ist muskulös und von den Schultern abgesetzt.

Körper
Die Oberlinie des Rückens ist gerade. Die Lendenpartie ist kurz und fest.
Die Kruppe fällt etwas ab und ist leicht gerundet.
Die Brust ist breit und lang, reicht bis auf die Höhe der Ellbogen und ist an den Seiten gut gewölbt.

Rute
Die Rute wird niedrig getragen, reicht mindestens bis zum Sprunggelenk, und hat keine seitliche Abweichung. Sie bildet einen leichten Haken in Form eines J. In der Bewegung kann sie etwas höher getragen werden, bis zur verlängerten

Rückenlinie.
Gliedmaßen
Die Gliedmaßen sind muskulös, haben einen kräftigen Knochenbau und stehen lotrecht.

Vorderläufe
Die Schultern sind schräg, gut gewinkelt, mittellang und dicht an der Brustwand getragen.
Die Ellbogen liegen parallel zur Körperachse.
Der Vorderarm ist gerade und muskulös.
Die Mittelhand ist, im Profil gesehen, leicht geneigt.
Die Pfoten sind kräftig, rund und stehen in Richtung der Körperachse. Die Krallen sind immer schwarz und die Ballen sind hart. Die Zehen müssen eng stehen und gekrümmt sein.

Hinterläufe
Die Oberschenkel sind muskulös.
Die Sprunggelenke sind nicht zu dicht am Boden und gut gewinkelt.
Der Mittelfuß steht, von hinten gesehen, völlig senkrecht.
Die Pfoten sind kräftig und rund. Die Krallen sind immer schwarz und die Ballen sind hart. Die Zehen müssen eng stehen.
Aus Tradition haben die Hütehunde ihre doppelten Afterkrallen erhalten. Sie bestehen aus getrennten Daumengliedern mit Krallen und sind dicht am Fuß angesetzt.

Gangwerk
Der Gang ist regelmäßig, geschmeidig und harmonisch, sodaß der Hund seine Fortbewegung und seine Arbeit mit einem Minimum an Kraftanstrengung und Ermüdung bewältigt. Der Berger de Brie muß mit weitausgreifendem Schritt und gutem Schub aus der Hinterhand traben.

Behaarung
Das Fell ist gedreht, lang und trocken, ähnlich dem Ziegenhaar, mit leichter Unterwolle.
Die Fellfarbe ist schwarz, fauve, fauve mit leichter bis mittlerer Charbonnierung, grau oder blau. Ein warm fauves Fell kann Aufhellungen an den Extremitäten und eine sandfarbene Abstufung an schrägen Partien zeigen. Das schwarze, graue oder blaue Fell kann an denselben Stellen einen helleren Unterton zeigen. Alle Fellfarben dürfen mehr oder weniger ergrauen.

Größe
Rüden messen am Widerrist 62 bis 68 Zentimeter, Hündinnen 56 bis 64 Zentimeter.
Fehler

Jede Abweichung vom zuvor Gesagten muß als Fehler angesehen werden, der entsprechend seiner Schwere und den Folgen für Gesundheit und Wohlergehen des Hundes bestraft wird.
Schwerwiegende Fehler
• schwere Fehler in der Lotstellung der Gliedmaßen
• insgesamt zu helles Fell
Zuchtausschließende Fehler
• aggressiver oder ängstlicher Hund
• nicht ausgeprägter Stop
• Nasenschwamm in anderer Farbe als schwarz oder blau; Ledernase
• Unter- oder Überbiß ohne Kontakt der Schneidezähne; Fehlen zweier unterer Prämolarer 4 (P4) oder Fehlen von drei oder mehr Zähnen, welche auch immer es seien, wobei die P1 nicht berücksichtigt werden [?]
• Augen zu hell (gelb) oder verschiedenfarbig
• Ohren gerollt oder zu tief unter der Augenlinie angesetzt, zu kurz behaart, angeborene Stehohren
• Rute jagdhornartig über dem Rücken getragen oder senkrecht aufgestellt
• einfache Afterkralle oder gänzliches Fehlen der Afterkrallen
• Fell unzureichender Länge (kürzer als 7 Zentimeter), weich oder wollig; Farbe weiß, kastanienbraun, mahagoni oder in zwei verschiedenen Farben; weiße Streifen oder weißes Fell an den Enden der Gliedmaßen; fauves Fell mit Mantel oder charbonniertem Mantel
• Größe außerhalb der Limits mit einer Toleranz von 2 Zentimetern nach oben oder 1 Zentimeter nach unten
• betrügerische Veränderungen des Hundes oder Spuren solcher Manipulationen durch Substanzen oder durch Chirurgie

Jeder Hund mit offensichtlichen körperlichen oder Verhaltensanomalien wird disqualifiziert.
Rüden müssen zwei normal entwickelte Hoden besitzen, die sich vollständig im Scrotum befinden.

QUELLE: www.barmin.net - DIE BRIARDDATENBANK
Copyright (c) für diese Übersezung des französischen Originaltextes 2008 Thomas Bez <bez@tedesca.net>. Diese Übersetzung ist nicht autorisiert. Kopieren, Verbreiten und/oder Modifizieren dieser Übersetzung ist unter den Bedingungen der GNU Free Documentation License, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, erlaubt. Es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen Umschlagtext und keinen hinteren Umschlagtext. Siehe die Lizenzbedingungen unter http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html.

BÜCHER
Der Briard (von Gabriele Niepel) Parey Buchverlag
Der Braird, Berger de Brie (von Karin Wimmer Kieckbusch)
BRIARD (von D. Kiefer)

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