FCI
- Standard Nr. 113- Übersetzung aus
dem Französischen
Siehe auch den Standard von 1988
Herkunft: Frankreich
Datum des Inkrafttretens: 01.01.2008
Verwendung: Hüte- und Wachhund
F.C.I.-Klassifizierung: Gruppe 1 (Hütehunde und Treibhunde, ausgenommen
Schweizer Sennenhunde) - Sektion 1 (Schäferhunde, mit Arbeitsprüfung)
Kurzer
historischer Überblick
Der Berger de Brie wurde sehr lange Zeit als "Hütehund des
französischen Flachlandes" bezeichnet. Im Jahre 1809 erschien
er im "Handbuch der Landwirtschaft" des Abbé Rozier
erstmalig unter dem Namen "Hund aus der Brie". Er wird auf
seine Eignung zum Führen und Bewachen von Herden hin gezüchtet
und selektioniert. Er wurde von der französischen Armee während
der beiden Weltkriege verwendet und diente unter anderem als Wachhund
sowie als Sanitätshund, um Verletzte auf den Schlachtfeldern zu
suchen.
Allgemeine
Erscheinung
Der Briard ist ein rustikaler, geschmeidiger, muskulöser und gut
proportionierter Hund, lebhaft und aufgeweckt.
Hauptproportionen
Der Berger de Brie hat eine mittellange Statur. Die Länge des Körpers
von der Schulter bis zum Hinterteil muß etwas größer
sein als die Widerristhöhe. Der Kopf ist lang, seine Länge
beträgt zwei Fünftel der Widerristhöhe. Die Länge
des Schädels beträgt etwas weniger als die halbe Kopflänge.
Schädel und Nasenrücken haben die gleiche Länge.
Verhalten und Charakter
Der Berger de Brie zeigt ein ausgeglichenes Verhalten und ist weder
aggressiv noch ängstlich.
Charakterlich soll der Berger de Brie klug und unerschrocken sein.
Kopf
Der Kopf ist kräftig und lang. Seine Behaarung bildet Kinnbart,
Schnauzbart und Augenbrauen aus. Die Augenbrauen verschleiern leicht
die Augen. Im Profil betrachtet, verlaufen die Linien von Schädel
und Nasenrücken parallel.
Schädelbereich
Der Schädel ist kräftig und, im Profil gesehen, ganz leicht
gerundet.
Der Stop (Stirnabsatz) ist deutlich ausgeprägt und liegt mittig
zwischen Hinterkopf und Nasenspitze.
Gesichtsbereich
Die Nase ist kräftig. Die Nasenlöcher sind geöffnet.
Der Nasenschwamm (Nasentrüffel) ist immer schwarz, außer
bei blauen Hunden, die einen blauen oder bläulichen Nasenschwamm
besitzen.
Der Fang ist kräftig, ausreichend breit und nie spitz. Sein Ende
ist eher quadratisch. Die Lippen sind geschlossen.
Die Kiefer sind stark, das Gebiß bildet eine Schere, die Zähne
sind weiß.
Der Nasenrücken ist gerade.
Die Augen liegen horizontal, sind gut geöffnet, eher groß
und von dunkler Farbe. Bei blauen Hunden sind leicht helle Augen zulässig.
Die Ohren sind hoch angesetzt, nicht eng anliegend und eher kurz. Die
Länge des Ohrknorpels muß gleich der halben Kopflänge
oder etwas kürzer sein. Die Ohren sind immer flach und mit langem
Fell bedeckt. Sind die Ohren (in Ländern, wo dies gestattet ist)
kupiert, müssen sie gerade getragen werden und sich weder aufeinander
zu noch voneinander weg neigen.
Hals
Der Hals ist muskulös und von den Schultern abgesetzt.
Körper
Die Oberlinie des Rückens ist gerade. Die Lendenpartie ist kurz
und fest.
Die Kruppe fällt etwas ab und ist leicht gerundet.
Die Brust ist breit und lang, reicht bis auf die Höhe der Ellbogen
und ist an den Seiten gut gewölbt.
Rute
Die Rute wird niedrig getragen, reicht mindestens bis zum Sprunggelenk,
und hat keine seitliche Abweichung. Sie bildet einen leichten Haken
in Form eines J. In der Bewegung kann sie etwas höher getragen
werden, bis zur verlängerten
Rückenlinie.
Gliedmaßen
Die Gliedmaßen sind muskulös, haben einen kräftigen
Knochenbau und stehen lotrecht.
Vorderläufe
Die Schultern sind schräg, gut gewinkelt, mittellang und dicht
an der Brustwand getragen.
Die Ellbogen liegen parallel zur Körperachse.
Der Vorderarm ist gerade und muskulös.
Die Mittelhand ist, im Profil gesehen, leicht geneigt.
Die Pfoten sind kräftig, rund und stehen in Richtung der Körperachse.
Die Krallen sind immer schwarz und die Ballen sind hart. Die Zehen müssen
eng stehen und gekrümmt sein.
Hinterläufe
Die Oberschenkel sind muskulös.
Die Sprunggelenke sind nicht zu dicht am Boden und gut gewinkelt.
Der Mittelfuß steht, von hinten gesehen, völlig senkrecht.
Die Pfoten sind kräftig und rund. Die Krallen sind immer schwarz
und die Ballen sind hart. Die Zehen müssen eng stehen.
Aus Tradition haben die Hütehunde ihre doppelten Afterkrallen erhalten.
Sie bestehen aus getrennten Daumengliedern mit Krallen und sind dicht
am Fuß angesetzt.
Gangwerk
Der Gang ist regelmäßig, geschmeidig und harmonisch, sodaß
der Hund seine Fortbewegung und seine Arbeit mit einem Minimum an Kraftanstrengung
und Ermüdung bewältigt. Der Berger de Brie muß mit weitausgreifendem
Schritt und gutem Schub aus der Hinterhand traben.
Behaarung
Das Fell ist gedreht, lang und trocken, ähnlich dem Ziegenhaar,
mit leichter Unterwolle.
Die Fellfarbe ist schwarz, fauve, fauve mit leichter bis mittlerer Charbonnierung,
grau oder blau. Ein warm fauves Fell kann Aufhellungen an den Extremitäten
und eine sandfarbene Abstufung an schrägen Partien zeigen. Das
schwarze, graue oder blaue Fell kann an denselben Stellen einen helleren
Unterton zeigen. Alle Fellfarben dürfen mehr oder weniger ergrauen.
Größe
Rüden messen am Widerrist 62 bis 68 Zentimeter, Hündinnen
56 bis 64 Zentimeter.
Fehler
Jede
Abweichung vom zuvor Gesagten muß als Fehler angesehen werden,
der entsprechend seiner Schwere und den Folgen für Gesundheit und
Wohlergehen des Hundes bestraft wird.
Schwerwiegende Fehler
• schwere Fehler in der Lotstellung der Gliedmaßen
• insgesamt zu helles Fell
Zuchtausschließende Fehler
• aggressiver oder ängstlicher Hund
• nicht ausgeprägter Stop
• Nasenschwamm in anderer Farbe als schwarz oder blau; Ledernase
• Unter- oder Überbiß ohne Kontakt der Schneidezähne;
Fehlen zweier unterer Prämolarer 4 (P4) oder Fehlen von drei oder
mehr Zähnen, welche auch immer es seien, wobei die P1 nicht berücksichtigt
werden [?]
• Augen zu hell (gelb) oder verschiedenfarbig
• Ohren gerollt oder zu tief unter der Augenlinie angesetzt, zu
kurz behaart, angeborene Stehohren
• Rute jagdhornartig über dem Rücken getragen oder senkrecht
aufgestellt
• einfache Afterkralle oder gänzliches Fehlen der Afterkrallen
• Fell unzureichender Länge (kürzer als 7 Zentimeter),
weich oder wollig; Farbe weiß, kastanienbraun, mahagoni oder in
zwei verschiedenen Farben; weiße Streifen oder weißes Fell
an den Enden der Gliedmaßen; fauves Fell mit Mantel oder charbonniertem
Mantel
• Größe außerhalb der Limits mit einer Toleranz
von 2 Zentimetern nach oben oder 1 Zentimeter nach unten
• betrügerische Veränderungen des Hundes oder Spuren
solcher Manipulationen durch Substanzen oder durch Chirurgie
Jeder
Hund mit offensichtlichen körperlichen oder Verhaltensanomalien
wird disqualifiziert.
Rüden müssen zwei normal entwickelte Hoden besitzen, die sich
vollständig im Scrotum befinden.
QUELLE:
www.barmin.net - DIE
BRIARDDATENBANK
Copyright (c) für diese Übersezung des französischen
Originaltextes 2008 Thomas Bez <bez@tedesca.net>. Diese Übersetzung
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