DIE RASSE DER RASSESTANDARD BÜCHER GESUNDHEIT AUSSTELLUNGEN


Als ich noch klein war und wir sind spazieren gegangen wurde Susi immer wieder gefragt: "Jööö ist der aber süß - ist das ein Pudel ?" oder "Stimmt´s, das ist doch ein Afghane?" .

Und heute, ich bin ja schon ausgewachsen, ist es nicht viel besser. Entweder die Leute fragen als erstes: "Sieht der überhaupt was?" oder "Was ist denn das für ein Hund?" ... ich würde mal sagen der  Briard oder Berger de Brie ist in Österreich noch relativ unbekannt.

Diese alte französische Schäferhunderasse wurde erstmals 1809 vom Abbé Rozier in einem landwirtschaftlichen Lexikon erwähnt.

Wir Briards sind, wie gesagt, in Österreich eher selten anzutreffen. In Frankreich, dem Ursprungsland, nimmt die Rasse (lt. einem Zeitungsartikel) den 2. Platz in der Beliebtheits-skala ein. Man schätzt, daß derzeit rund 50.000 Briards dort leben.

Nach dem unsere ursprüngliche Tätigkeit als Hütehund nach und nach zurück gegangen ist, wurden wir als Diensthund bei Polizei, Militär und Zoll eingesetzt.


Der Briard ist ein eleganter Hund mit langem Haarkleid. Die Größe der Rüden liegt zwischen 62-68 cm und die der Hündinnen zwischen 56-65 cm. Die Fellfarben sind schwarz (noir), weizenfarben (fauve) und grau (gris). Fell und die Farbe brauchen ca. 3 Jahre bis sie endgültig ausgeprägt sind. So kommen die meisten grauen Briards schwarz auf die Welt und wechsel erst im Laufe der Jahre die Farbe.

Früher kannte man den Briard nur mit Stehohren (kupiert). Dies ist jedoch in den meisten europäischen Ländern bereits verboten, auch bei uns in Österreich (ausgenommen 2 Bundesländer).  Zum Rassestandard gehören auch die doppelten Afterkrallen an den Hinterläufen.

Ich und meine Kollegen sind sehr tempramentvoll und lebhaft. Darüber hinaus sagt man dem Briard nach, daß er besonders wachsam und intellegent ist. Das mit dem mistrauisch Fremden gegenüber, das man in manchen Büchern liest,  mag vielleicht auf manche Kollegen meiner  Rasse zutreffen - auf mich jedenfalls nicht. Aufgrund unserer ursprünglichen Verwendung steckt auch im heutigen Briard ein Arbeitshund mit großem Bewegungs- und Beschäftigungsdrang. Wir lernt und arbeitet gerne und sind daher ein hervorragender Partner im Hundesport. Und man sollte uns auch beschäftigen, sonst fällt uns lauter Blödsinn ein.

Da unsere Ahnen an selbständiges Arbeiten gewohnt waren, zeichnet unsere Rasse auch heute noch ein sehr sensibles Autoritätsverständnis aus. Die Hierachie im  "Rudel" muß klar festgesteckt sein und in der Erziehung bedarf es unbedingter Konsequenz. In vielen Büchern ließt man, daß diese Rasse kein Hund für "Anfänger" ist. Bei richtiger Haltung und Erziehung ist er jedoch ein fröhlicher, anhänglich-verschmuster, drolliger Kamerad, dessen größter Wunsch es ist immer bei seiner Familie zu sein.



FCI - Standard Nr. 113- Übersetzung aus dem Französischen
Siehe auch den Standard von 1988
Herkunft: Frankreich
Datum des Inkrafttretens: 01.01.2008

Verwendung: Hüte- und Wachhund

F.C.I.-Klassifizierung: Gruppe 1 (Hütehunde und Treibhunde, ausgenommen Schweizer Sennenhunde) - Sektion 1 (Schäferhunde, mit Arbeitsprüfung)

Kurzer historischer Überblick
Der Berger de Brie wurde sehr lange Zeit als "Hütehund des französischen Flachlandes" bezeichnet. Im Jahre 1809 erschien er im "Handbuch der Landwirtschaft" des Abbé Rozier erstmalig unter dem Namen "Hund aus der Brie". Er wird auf seine Eignung zum Führen und Bewachen von Herden hin gezüchtet und selektioniert. Er wurde von der französischen Armee während der beiden Weltkriege verwendet und diente unter anderem als Wachhund sowie als Sanitätshund, um Verletzte auf den Schlachtfeldern zu suchen.

Allgemeine Erscheinung
Der Briard ist ein rustikaler, geschmeidiger, muskulöser und gut proportionierter Hund, lebhaft und aufgeweckt.
Hauptproportionen
Der Berger de Brie hat eine mittellange Statur. Die Länge des Körpers von der Schulter bis zum Hinterteil muß etwas größer sein als die Widerristhöhe. Der Kopf ist lang, seine Länge beträgt zwei Fünftel der Widerristhöhe. Die Länge des Schädels beträgt etwas weniger als die halbe Kopflänge. Schädel und Nasenrücken haben die gleiche Länge.
Verhalten und Charakter
Der Berger de Brie zeigt ein ausgeglichenes Verhalten und ist weder aggressiv noch ängstlich.
Charakterlich soll der Berger de Brie klug und unerschrocken sein.

Kopf
Der Kopf ist kräftig und lang. Seine Behaarung bildet Kinnbart, Schnauzbart und Augenbrauen aus. Die Augenbrauen verschleiern leicht die Augen. Im Profil betrachtet, verlaufen die Linien von Schädel und Nasenrücken parallel.

Schädelbereich
Der Schädel ist kräftig und, im Profil gesehen, ganz leicht gerundet.
Der Stop (Stirnabsatz) ist deutlich ausgeprägt und liegt mittig zwischen Hinterkopf und Nasenspitze.

Gesichtsbereich
Die Nase ist kräftig. Die Nasenlöcher sind geöffnet. Der Nasenschwamm (Nasentrüffel) ist immer schwarz, außer bei blauen Hunden, die einen blauen oder bläulichen Nasenschwamm besitzen.
Der Fang ist kräftig, ausreichend breit und nie spitz. Sein Ende ist eher quadratisch. Die Lippen sind geschlossen.
Die Kiefer sind stark, das Gebiß bildet eine Schere, die Zähne sind weiß.
Der Nasenrücken ist gerade.
Die Augen liegen horizontal, sind gut geöffnet, eher groß und von dunkler Farbe. Bei blauen Hunden sind leicht helle Augen zulässig.
Die Ohren sind hoch angesetzt, nicht eng anliegend und eher kurz. Die Länge des Ohrknorpels muß gleich der halben Kopflänge oder etwas kürzer sein. Die Ohren sind immer flach und mit langem Fell bedeckt. Sind die Ohren (in Ländern, wo dies gestattet ist) kupiert, müssen sie gerade getragen werden und sich weder aufeinander zu noch voneinander weg neigen.

Hals
Der Hals ist muskulös und von den Schultern abgesetzt.

Körper
Die Oberlinie des Rückens ist gerade. Die Lendenpartie ist kurz und fest.
Die Kruppe fällt etwas ab und ist leicht gerundet.
Die Brust ist breit und lang, reicht bis auf die Höhe der Ellbogen und ist an den Seiten gut gewölbt.

Rute
Die Rute wird niedrig getragen, reicht mindestens bis zum Sprunggelenk, und hat keine seitliche Abweichung. Sie bildet einen leichten Haken in Form eines J. In der Bewegung kann sie etwas höher getragen werden, bis zur verlängerten

Rückenlinie.
Gliedmaßen
Die Gliedmaßen sind muskulös, haben einen kräftigen Knochenbau und stehen lotrecht.

Vorderläufe
Die Schultern sind schräg, gut gewinkelt, mittellang und dicht an der Brustwand getragen.
Die Ellbogen liegen parallel zur Körperachse.
Der Vorderarm ist gerade und muskulös.
Die Mittelhand ist, im Profil gesehen, leicht geneigt.
Die Pfoten sind kräftig, rund und stehen in Richtung der Körperachse. Die Krallen sind immer schwarz und die Ballen sind hart. Die Zehen müssen eng stehen und gekrümmt sein.

Hinterläufe
Die Oberschenkel sind muskulös.
Die Sprunggelenke sind nicht zu dicht am Boden und gut gewinkelt.
Der Mittelfuß steht, von hinten gesehen, völlig senkrecht.
Die Pfoten sind kräftig und rund. Die Krallen sind immer schwarz und die Ballen sind hart. Die Zehen müssen eng stehen.
Aus Tradition haben die Hütehunde ihre doppelten Afterkrallen erhalten. Sie bestehen aus getrennten Daumengliedern mit Krallen und sind dicht am Fuß angesetzt.

Gangwerk
Der Gang ist regelmäßig, geschmeidig und harmonisch, sodaß der Hund seine Fortbewegung und seine Arbeit mit einem Minimum an Kraftanstrengung und Ermüdung bewältigt. Der Berger de Brie muß mit weitausgreifendem Schritt und gutem Schub aus der Hinterhand traben.

Behaarung
Das Fell ist gedreht, lang und trocken, ähnlich dem Ziegenhaar, mit leichter Unterwolle.
Die Fellfarbe ist schwarz, fauve, fauve mit leichter bis mittlerer Charbonnierung, grau oder blau. Ein warm fauves Fell kann Aufhellungen an den Extremitäten und eine sandfarbene Abstufung an schrägen Partien zeigen. Das schwarze, graue oder blaue Fell kann an denselben Stellen einen helleren Unterton zeigen. Alle Fellfarben dürfen mehr oder weniger ergrauen.

Größe
Rüden messen am Widerrist 62 bis 68 Zentimeter, Hündinnen 56 bis 64 Zentimeter.
Fehler

Jede Abweichung vom zuvor Gesagten muß als Fehler angesehen werden, der entsprechend seiner Schwere und den Folgen für Gesundheit und Wohlergehen des Hundes bestraft wird.
Schwerwiegende Fehler
• schwere Fehler in der Lotstellung der Gliedmaßen
• insgesamt zu helles Fell
Zuchtausschließende Fehler
• aggressiver oder ängstlicher Hund
• nicht ausgeprägter Stop
• Nasenschwamm in anderer Farbe als schwarz oder blau; Ledernase
• Unter- oder Überbiß ohne Kontakt der Schneidezähne; Fehlen zweier unterer Prämolarer 4 (P4) oder Fehlen von drei oder mehr Zähnen, welche auch immer es seien, wobei die P1 nicht berücksichtigt werden [?]
• Augen zu hell (gelb) oder verschiedenfarbig
• Ohren gerollt oder zu tief unter der Augenlinie angesetzt, zu kurz behaart, angeborene Stehohren
• Rute jagdhornartig über dem Rücken getragen oder senkrecht aufgestellt
• einfache Afterkralle oder gänzliches Fehlen der Afterkrallen
• Fell unzureichender Länge (kürzer als 7 Zentimeter), weich oder wollig; Farbe weiß, kastanienbraun, mahagoni oder in zwei verschiedenen Farben; weiße Streifen oder weißes Fell an den Enden der Gliedmaßen; fauves Fell mit Mantel oder charbonniertem Mantel
• Größe außerhalb der Limits mit einer Toleranz von 2 Zentimetern nach oben oder 1 Zentimeter nach unten
• betrügerische Veränderungen des Hundes oder Spuren solcher Manipulationen durch Substanzen oder durch Chirurgie

Jeder Hund mit offensichtlichen körperlichen oder Verhaltensanomalien wird disqualifiziert.
Rüden müssen zwei normal entwickelte Hoden besitzen, die sich vollständig im Scrotum befinden.

QUELLE: www.barmin.net - DIE BRIARDDATENBANK
Copyright (c) für diese Übersezung des französischen Originaltextes 2008 Thomas Bez <bez@tedesca.net>. Diese Übersetzung ist nicht autorisiert. Kopieren, Verbreiten und/oder Modifizieren dieser Übersetzung ist unter den Bedingungen der GNU Free Documentation License, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, erlaubt. Es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen Umschlagtext und keinen hinteren Umschlagtext. Siehe die Lizenzbedingungen unter http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html.

BÜCHER
Der Briard (von Gabriele Niepel) Parey Buchverlag
Der Braird, Berger de Brie (von Karin Wimmer Kieckbusch)
BRIARD (von D. Kiefer)

GESUNDHEIT

Hier möchten ich kurze Erklärungen - vor allem zu den Abkürzugen geben - alle schreiben immer von HD, ED , CSNB , wie wichtig die Untersuchungen sind, usw. aber was sagt die Abkürzung HD oder CSNB einem Laien? Bei mir in der Firma würden alle glauben, wir sprechen von nem Motorrad... ;o)) Selbst manche Tierärzte, bin ich drauf gekommen, machen große Augen, wenn man sagt, ich brauch für meinen Hund einen CSNB-Test...Daher hier kurze Beschreibungen und Links zu ausführlicheren Abhandlungen:

 

Hüftgelenksdysplasie (HD) ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks

Die HD ist zu großen Teilen genetisch bedingt. Da falsche Ernährung und Haltung die Entstehung und das Fortschreiten der Krankheit begünstigen können, spricht man von einem multifaktoriellen (von vielen Faktoren abhängigen) Geschehen.

Banal erklärt: Der Oberschenkelkopf findet in der Hüftgelenkspfanne (Acetabulum) nur ungenügenden Halt.
Meist kommt es zu starken Schmerzen durch Arthrosen, in schweren Fällen können sich die Hund kaum noch bewegen.

Eine zuverlässige Möglichkeit, den Schweregrad der Erkrankung zu erkennen, ist die Röntgenuntersuchung. Dabei müssen die Gelenke überstreckt werden, was beim Vorliegen einer HD starke Schmerzen verursacht. Daher wird sie unter Kurznarkose durchgeführt. Voraussetzung für eine aussagekräftige Diagnose ist die exakte Positionierung des Tieres in Rückenlage mit gestreckten, parallel gelagerten Oberschenkeln und rechtwinklig zum Strahlengang eingedrehten Kniescheiben. Zusätzliche Aufnahmen können in „Froschhaltung“ der Oberschenkel oder im seitlichen (latero-lateralen) Strahlengang erfolgen.

Ein wesentliches Auswertungskriterium ist der Norberg-Winkel. Er ist als der Winkel definiert, der zwischen der Verbindungslinie der Zentren der beiden Oberschenkelköpfe und dem vorderen Pfannenrand abgetragen wird (siehe Abbildung). Bei einem HD-freien Tier sollte er mehr als 105° betragen. Weitere Beurteilungskriterien sind die Kongruenz von Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne, die Weite des Gelenkspaltes, die Pfannenkontur, die Kontur des Oberschenkelkopfes sowie das Vorhandensein von Hinweisen auf arthrotische Prozesse wie walzenförmige Verdickungen des Oberschenkelhalses, Randwülste an der Gelenkpfanne, unter dem Knorpel befindliche Verdichtungen der Knochensubstanz im Pfannenbereich und die Einlagerung von Knochenmaterial am Ansatz der Gelenkkapsel (Morgan-Linie).

Fazit: HD ist nicht heilbar und selbst bei gewissenhafter Zucht nicht immer ausschließbar

Gewisse Beigaben (Grünlippen-Muschel-Extrakt) fördert im Wachstum den Knochen- und Knorpelaufbau und können die Entwicklung im Wachstum der Gelenke positiv beieinflussen.

Hunden mit HD kann z.B. durch Goldimplantate, gezieltem Muskelaufbau (Schwimmen, Unterwasserlaufband), schonende Haltung (z.B. nicht zu viel Springen, Treppensteigen usw.) geholfen werden. Teure Alternative in schweren Fällen - künstliches Hüftgelenk.

Mit Hunden, die HD haben, darf unter keinen Umständen gezüchtet werden, dabei sollte unbeding auch die Verwandtschaft berücksichtig werden. Daher ist es von großer Wichtigkeit für jeden Züchter zu wissen, was bei den HD-Ergebnissen der von ihm gezüchteten Welpen herauskommt. Beim Briard hat der ÖKV in Österreich für die Zucht eine Liste von offiziellen Tierärtzen zusammengestellt. Wenn man seinen Hund in Zukunft daher zur Zucht oder für Deckungen einsetzen will, sollte man das HD-Röntgen unbedingt bei einem dieser Ärtzte machen lassen.

Text-Quelle: WIKIPEDIA

 

 

CSNB (Congenital Stationary Nightblindness)

Die CSNB oder Nachtblindheit beim Briard ist eine Augenerkrankung, die vererbt wird.
Die Auswirkungen bei erkrankten Hunden können reichen von: angeborener Nachtblindheit bis hin zu mehr oder minder eingeschränktem Sehvermögen im Tageslicht.

Banal beschrieben wird diese Krankheit wie folgt vererbt:

Getestete Hund kann man in 3 Kategorien einteilen:

der Hund ist CSNB-frei (frei vom verantwortlichen Gen = homozygote gesund) - hier kann die Krankheit nie auftreten
der Hund ist CSBB-Träger (Carrier) des Gens - Krankheit bricht nie aus, Gen kann aber weiter vererbt werden
der Hund ist homoygoter Mutant (tatsächlich von der Krankheit betroffen = Nachtblind)

Fazit für die Zucht:

Es gibt zwar in Österreich (noch) keine Vorschriften für Züchter was CSNB-Tests und Verpaarungen anbelangt - aber die einzigen zwei Verpaarungsmöglichkeiten für verantwortungsvolle Züchter sind wohl ausschließlich die beiden Varianten:

a) dass beide Elterntiere sind homozygote gesund sind =>> dann sind zu 100% die Welpen gesund

b) 1 Elternteil ist ein homozygote gesund (frei) & 1 Elternteil Carrier =>> 50% der Welpen sind gesund die anderen 50% können max Träger werden, aber keiner der Welpen kann an der Nachtblindheit erkranken

Wer mit CSNB-kranken Hunden oder mit 2 Trägern züchtet wird folgende Ergebnisse erwarten müssen:

• Beide Eltern sind nachtblind bedeutet: 100% Welpen sind krank/nachtblind
• 1 Hund = nachtblind & 1 Hund = Carrier bedeutet: 50% der Welpen nachtblind, 50% Carrier
• 1 Hund = nachtblind & 1 Hund ist CSNB-frei bedeutet: 100% der Welpen sind Carrier, werden aber nicht blind
• Beide Eltern sind Carrier bedeutet: 25% der Welpen sind CSNB.-frei, 50% der Welpen sind Carrier, 25% der Welpen sind nachtblind

Fazit: Nachtblindheit - eine nicht heilbare Krankheit, durch gezielte Zucht aber ausschließbar


Weitere Infos sind auch hier zu finden: http://www.laboklin.de/de/tiergenetik/erbkrankheit_hund/hund_nachtblindheit_briard.htm

 

 

 

eU - Ektopischer Ureterer (im Volksmund: Pieselkrankheit)

Bisher eine eher tot.geschwiegene vererbliche Krankheit, die auch aufgrund der Unwisseheit der Hundebesitzer bisher unerkannt und unbeachtet bleibt.
Durch Ultraschalluntersuchung kann jeder seine Zuchthunde überprüfen lassen, ob die diese Missbildung haben und dadruch auch weitervererben könnten.
Der Deutsche Briardclub schreibt diese Untersuchung für die in der Zucht stehenden Hund inzwischen bereits vor.

Damit man diese vererbte Missbildung verstehen kann, muss man zuerst einmal wissen wie der gesunde Harnapparat funktioniert:

Da sind zunächst die 2 Nieren mit den 2 Harnleitern (= die Verbindung von Niere zur Blase), dann geht es weiter mit der Blase und dann kommt die Harnröhre
(= die Verbindung von Blase zur Scheide bzw. Penis). Der obere Harntrakt besteht aus Nieren und Harnleitern, der untere Harntrakt aus Blase und Harnröhre.
In der Hranröhre hat der Hund dann noch den sogenannten Schliessmuskel. Der untere Harntrakt hat zwei Funktionen: 1) Die Speicherung des Urins und 2) das Harnablassen (wobei ersteres Voraussetzung für das zweite ist) Das Harnabsetzen selber wird von Hirn und Rückenmark gesteuert. Hier spielen Sensoren, Nerven und Muskeln zusammen um das Ganze zu steuern.

Bei eU handelt es sich um eine angeborene Missbildung (Ektopischer Harnleiter):
Der Harnleiter mündet direkt in die Harnröhre statt in die Blase. Der Schliessmuskel wird umgangen. Es komm zur Inkontinenz und die sensieble und komplette Funktion des Harnapparats ist durch die Missblidung gestört.

Größten Teils tritt Inkontinenz durch eU bei Hündinnen auf, aber auch Rüden können betroffen sein bzw. die Krankheit weitervererben.

Die Gefahr besteht darin, dass es Fälle gibt, wo zwar eine Missbildung besteht, aber dennoch keine Inkontinenz auftritt - dh man denkt man hätte einen geunden Hund. Bedingt durch den eU kommt es aber zu einem permanenten Rückstau des Harns in das Nierenbecken. Durch die ständige Ausweitung des Nierenbeckens kann das Nierengewebe zerstört werden.

Fazit: Angeborene Krankheit, die nur durch eine chirurigische Behandlung behoben werden kann, allerdings auch von vermeindlich gesunden Tieren (da nicht getestet) weitervererbt wird.


 

AUSSTELLUNGEN - ERKLÄRUNG ZU DURCHFÜHRUNG UND TITELN

Ausstellungen - je nach Empfinden des Hundebesitzers machen Ausstellungen riesigen Spaß und werden quasi zum Hobby, für andere wiederum ist es eher eine Qual und sie besuchen wirklich nur die nötigsten Ausstellungen. Für Hunde die von klein auf aus solche Ausstellungen mitgenommen werden, sind diese ziemlich "normal", für Hunde die nur hie und da, und auch erst mit fortgeschrittenem Alter dorthin geführt werden, meist ein riesen Stress.

Auf Ausstellungen kann man aber auch viele Leute kennen lernen, Freunde wieder treffen und Erfahrungen austauschen. Ausstellungen sollten auch Nichthundebesitzer, die Interesse an einer bestimmten Rasse haben, die Möglichkeit geben, sie diese live anzusehen. Nirgendwo anders kann man so toll und meist auch viel günstiger Shoppen als auf Hundeausstellungen. Man findet dort wirklich alles was das Hundebesitzer und Hundeherz begehrt - oft Dinge, die man im normalen Tiergeschäft gar nicht bekommt.

Meine Hunde haben FCI/ÖKV-Papiere. Daher besuchen wir auch FCI-Ausstellungen.

Da gibt es Nationale Ausstellungen (NA/ CACA-Schauen), Internationale Ausstellungen (IHA, CACIB-Schauen)
und Spezialausstellungen für Briards (Rasseschauen)

 

Zu Beginn aber erst mal eine Erklärung was FCI und ÖKV eigenlich heißt:

FCI = Die Fédération Cynologique Internationale ist die Weltorganisation der Kynologie. Sie umfasst zur Zeit 83 Mitglieds- und Partnerländer (nur ein Verband pro Land), welche ihrerseits eigene Ahnentafeln ausstellen und die Richter ausbilden. Die F.C.I. garantiert innerhalb ihrer Organisation die gegenseitige Anerkennung der Abstammungsurkunden (Pedigrees) der Länder, wie auch der Richter.

Angeschlossen an diese Weltorganisation ist bei uns in Österreich der Dachverband "ÖKV"
Der ÖKV - ÖSTERREICHISCHER KYNOLOGEN VERBAND - ist der bedeutendste, mitgliederstärkste Dachverband im österreichischen Hundewesen und einziges österreichisches Mitglied in der Federation Cynologique Internationale (FCI). Die Hauptziele des ÖKV sind auf qualitative Zucht, artgerechte Haltung und Ausbildung, Prüfung und Verwendung ders Hundes ausgerichtet. Die Vertiefung der Mensch-Hund-Beziehung stellt ein generelles Leitmotiv des ÖKV dar.

Durch diesen Anschluß an die FCI ist gewährleistet, dass ein Briard in Österreich gleich aussehen soll/muß wie in Norwegen oder Spanien und/oder, dass ein Hund der in Italien eine IPO3 Prüfung ablegt, genau das selbe können/leisten muß, wie wenn er die Prüfung in Deutschland ablegt. Es sind einfach einheitliche Normen, die festgelegt sind um zu gewährleisten, dass die Zucht einer bestimmten Rasse in den verschiedenen Ländern einheitlich verläuft. Dafür gibt es auch einen "RASSESTANDARD" (siehe Rassestandard für den Briard), dort wird festgelegt, wie ein Hund einer Rasse auszusehen hat, und nach diesem Standard wird von einem Formwertrichter auch bewertet, wie schön der Hund ist - genauer gesagt in wievielen Punkten er dem Standard entspricht. Entspricht er in gewissen Punkten dem Standard nicht oder nicht ganz, ist das der Grund, warum der Hund vielleicht nicht die beste Bewertung bekommt.

Die Hunde werden nach Geschlecht getrennt und in Altersgruppen bewertet, in manchen Europäischen Ländern werden Briards auch noch nach Farben getrennt (schwarz/grau und fauve), was in meinen Augen durchaus Sinn macht, da ein fauver Briard und ein schwarzer Briard einfach ganz anders wirken und in vielen Fällen hier der "Geschmack" des Richters den Ausschlag über den Sieg gibt.

In fast allen Europäischen Ländern gibt es Ausstellungsverbot für kupierte Hunde - hier in Österreich waren wir relativ spät dran, was das Ausstellungsverbot betrifft: Kupierte Hunde die nach dem 1.1.2008
geboren wurden dürfen in Österreich nicht ausgestellt werden! Also dürfen immer noch Hunde, die vor dem 1.1.08 geboren wurden kupiert vorgeführt werden. Was auch wiederum ein ganz andere Bild macht. Ein kupiertet Briard wirkt gegenüber einem Schlappohr meist viel imposanter.

HIER FINDET IHR DIE ÖSTERREICHISCHE AUSSTELLUNGSORDNUNG da ist alles ganz genau beschrieben.

Kurzzusammenfassung zu den Klassen, Bewertungen und Titeln:

Einteilung der Altersklassen:

Jüngstenklasse , 6 – 9 Monate
Jugendklasse, 9-18 Monate
Zwischenklasse, 15-24 Monate
Offene Klasse, ab 15 Monate
Gebrauchshundeklasse, ab 15 Monate (nur mit FCI-Gebrauchshundezertifikat)
Championklasse, ab 15 Monate (bestätigter nat. oder internat. Champion)
Veteranenklasse, ab dem vollendeten 8. Lebensjahr

Bewertungen:

(Jüngstenklasse) VV= Vielversprechend oder V=versprechend oder nicht entsprechend

Alle weiteren Klassen:
V = Vorzüglich
SG = Sehr gut
G = gut
Genügend
Disqualifiziet
Hunde, die sich nicht beurteilen lassen und die den Verdacht auf verbotene
Eingriffe zeigen, bleiben „Ohne Bewertung“. Der Grund ist im Richterbericht
anzuführen.

Stehen nun mehrere Hunde in einer Klasse, werden sie aufgrund ihrer Schönheitsmerkmale und ihrer Präsentation gereiht. Platz 1 bis 4, egal wie der Formwert ausgefallen ist. Weitere Hund werden dann nicht mehr gereiht, sondern erhalten nur noch die Formwertnote

das kann z.B. sein V1, V2, V3, SG4, SG, SG kann aber genau so z.B. sein SG1, SG2, G3.

Titel:

Hunde mit V1 können eine Anwärterschaft auf den Nationalen (österr) Champion erhalten = CACA, dieser Titel muß aber vom Richter nicht vergeben werden, wenn dieser der Auffassung ist, dass der Hund keine Championqualitäten hat. Der zweitschönste Hund erhält für gewöhnlich das Reserve CACA

In der Jugendklasse erhält der V1 Hund den Titel Jugendbester und die Anwärterschaft auf den Österreichischen Jugend-Champion (JB). Auch diese Anwärterschaft muß der Richter nicht vergeben.

In der Veteranenklasse wird die Anwärterschaft auf den Veteranen-Champion vergeben.

Wurden nur in jeder Klasse die V1-Hunde ermittelt, werden alle V1/CACA Hündinnen (Zwischenklasse bis Championklasse) miteinander verglichen und es wird die Schönste der Hündinnen ermittelt, die dann das CACIB (= Anwärterschaft des INTERNATIONALEN FCI-CHAMPION) erhält. Der zweitschönste erhält das RCACIB (Reserve CACIB). Das selbe wird bei den Rüden gemacht.

Wenn die CACIB Hündin und der CACIB Rüde fest stehen, dann geht es weiter und gemeinsam mit dem Jugendbesten-Rüden und der Jugendbesten-Hündin wird schußendlich das BOB (Best of Breed) ermittelt.

Der BOB-Hund hat die Möglichkeit, sich am Nachmittag mit allen anderen BOB-Hunden der anderen Rassen im Ehrenring zu präsentieren. Dort kann er dann noch folgende Titel erringen:

BOG – Bester der FCI – Gruppe, BOD – Bester des Tages, BIS – BEST IN SHOW

Es gibt auf den meisten Ausstellungen dann noch weitere Präsentationen wie z.B: Junior-Händling (Vorführung durch Kinder/Jugendliche), Paarklasse oder Zuchtgruppe. Wen das interessiert, bitte in der Ausstellungsordnung nachzulesen.

 

Wie wird mein Hund nunmehr CHAMPION?

Den Jugendchampion erhält mein Welpe/Junghund, wenn er 3 x Jugendbester wurde (oder alternativ 2x Jugendbester und 1x CACA in der Zwischenklasse)

Den Österreichischen Champion erhält ein Briard, wenn er 3x CACA in der Gebrauchshundeklasse erlangt hat, oder alternativ 6x CACA in der Zwischen + offenen Klasse. Dafür muss zwischen dem ersten und letzten CACA jedoch 1 Jahr + 1 Tag liegen.

Den Internationalen Champion erhält ein Briard, wenn er 2 CACIB in 2 verschiedenen Ländern unter 2 verschiedenen Richtern erhält, die IPO-Prüfung abgelegt hat (Abt. A mit mind. 70% der Maximalpunkte, Abt. C mit mind. 80% der Maximalpunkte), und zwischen 1sten und 2ten CACIB muss mind. 1 Jahr und 1 Tag liegen.

Hier die Reglement der FCI diesbezüglich

Den Veteranenchampion erhält ein Hund wenn er 3 Anwärterschaften auf den Veteranenchampion gesammelt hat.

 

Aussagekräftigste Bewertungen erhält man klarerweise auf Spezialschauen, bei Spezialrichtern, die sich mit der Rasse Briard seit jahr/zehnt/en beschäftigen. Wenn man also wissen will woran man wirklich ist, sollte man unbedingt international unterwegs sein, sich der Bewertung von Spezialrichtern bei Clubschauen oder Selektionen stellen z.B. auch im Ursprungsland des Briards - in FRANKREICH, dann dann weiß man erst, was man an der Leine führt!

 

ES IST SICHER SEHR INTERESSANT AN SOLCHEN AUSSTELLUNGEN TEILZUNEHMEN, ABER EGAL WIE ES AUSGEHT:
DAS WICHTIGSTE IST JA IMMER NOCH,
DASS DER EIGENE BRIARD FÜR EINEN SELBST IMMER DER SCHÖNSTE BLEIBEN WIRD!
UND DAS IST GUT SO ;o))